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  • Claudio Magris bekroond

    - De prestigieuze Friedenspreis voor de letterkunde is op de Frankfurter Buchmesse toegekend aan Claudio Magris. De Italiaanse romancier, historicus en essayist behoort tot de grote Europese denkers over cultuur en identiteit. Als gastschrijver van de Universiteit Utrecht sprak hij eerder dit jaar met ScienceGuide.

    Magris' interview met ScienceGuide en het verslag van zijn debat met Frans Timmermans in Utrecht leest u hier.

    Der Spiegel meldt dat Magris de hoge verwachtingen van zijn toehoorders met zijn dankrede niet teleurstelde. "Der diesjährige Friedenspreisträger warnte vor einem neuen Populismus und neuen Barrieren in Europa, die "Demokratien ohne Demokratie" erschaffen würden. "Jede Bedrohung der Demokratie ist eine Gefahr für den Frieden, ganz gleich in welcher Form sie auftritt", sagte Magris bei der Entgegennahme der Auszeichnung.  

    In seiner Rede monierte der in Triest lebende Germanistik-Professor, Essayist und Romancier, dass es "bisweilen unsichtbare Grenzen" zwischen Einheimischen und Einwanderern in europäischen Großstädten gebe. Eine beklagenswerte Situation, denn: "Auf Europa wartet die große und schwierige Aufgabe, sich den neuen Kulturen der neuen Europäer aus der ganzen Welt zu öffnen, die es durch ihre Mannigfaltigkeit bereichern."

    Der dritte Weltkrieg

    Voraussetzung dafür sei jedoch, dass in Europa Werte wie die rechtliche Gleichstellung aller Bürger - unabhängig von Geschlecht, Religion oder Volkszugehörigkeit - nicht mehr in Frage gestellt würden. Nur ein "wirklich geeintes Europa" als dezentralisierter echter Staatenbund sei aber fähig, dieses und andere Probleme zu lösen. Von diesem erstrebenswerten Zustand sieht Magris die Europäische Union hingegen weit entfernt; er beklagte die "gegenwärtige Schwäche und Zerrissenheit Europas".

    Diese Diagnose war wohl auch auf den intellektuellen Horizont der Europäer gemünzt, denn relativ deutlich konstatierte Magris Selbstzufriedenheit und Ignoranz: "Wir wiegen uns in der Illusion, ohne Krieg zu leben, weil der Rhein keine von Hunderttausenden von Soldaten umkämpfte Grenze mehr ist oder weil auf dem Karst hinter Triest nicht mehr diese Grenze verläuft, die der unüberwindbare Eiserne Vorhang war und ein Pulverfass zugleich."

    Dabei habe längst der dritte Weltkrieg stattgefunden: "Ungefähr 20 Millionen Tote nach 1945, die im Unterschied zu denen des Zweiten Weltkrieges so gut wie unbekannt geblieben und einem brutalen Vergessen anheim gegeben sind." Krieg, das sei nicht nur das Blutbad in Biafra oder der 11. September 2001 in New York; Krieg sei auch das Morden der Mafia oder der Handel mit Organen von Kindern, die eigens deswegen getötet würden.

    "Hysterisch und symptomatisch in ihrer Brutalität"

    Besonders kritisch setzte sich Magris, seit Jahren auch Anwärter auf den Literaturnobelpreis, mit seinem Heimatland Italien auseinander. Die Reaktionen auf die aus Afrika kommenden Bootsflüchtlinge etwa seien "hysterisch und symptomatisch in ihrer Brutalität".

    Zudem attackierte er ein neues Gesetz, das Bürgern erlaube, selbst die Ordnung und Sicherheit im Einwandererland Italien zu kontrollieren. "Als italienischer Patriot hoffe ich, dass mein - im übrigen bezauberndes - Land nicht noch einmal Vorkämpfer in negativem Sinn sein wird: Den Faschismus in Europa haben schließlich wir erfunden, auch wenn uns danach andere in ihrem Eifer weit übertroffen haben."



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