Paus omarmt Darwin

Nieuws | de redactie
13 maart 2009 | Paus Benedictus heeft bij Darwin geen neiging tot fundamentalisme. De conferentie van het Vaticaan over ‘Evolutie, feiten en theorieën’ hield een duidelijke afwijzing in van creationistische betogen. Benedictus volgt zijn Poolse voorganger, die al zei dat Darwins theorie meer inhoudt dan een hypothese.

De Duitse filosoof Jürgen Mittelstraß vertelt aan Der Spiegel  hoe de conferentie verliep en prijst het wetenschappelijke niveau ervan. “Ich hatte den Eindruck, dass die Kirche den Kreationismus eher als US-amerikanisches Phänomen und Problem sieht, das von den US-Amerikanern und den US-amerikanischen Kirchen gelöst werden muss. Es wurde auf der Konferenz deutlich, dass auch der Katholizismus in den USA von kreationistischen Thesen nicht unberührt geblieben ist. Und das gilt wohl auch außerhalb Amerikas. “

Mittelstraß: Wenn es eine Kontroverse gab, dann um die Frage, ob die Evolution voraussagbar sei. Dazu gab es zwei Vorträge mit gegenteiliger Meinung. Aber auch daraus hat sich kein richtiger Disput entwickelt.

In der Vergangenheit gab es widersprüchliche Aussagen der katholischen Kirche zur Evolution. Hat sie sich nun zur Evolutionslehre neu positioniert?

Mittelstraß: Papst Johannes Paul II. sagte, die Evolutionstheorie sei mehr als eine Hypothese. Die katholische Kirche erkennt die Evolution als Fakt an, die Evolutionslehre wird nicht in Frage gestellt. Den Kreationismus hingegen lehnt sie unisono ab – nicht nur auf der Tagung. Und Intelligent Design ist ja nur eine neuere Variante des Kreationismus.

Wollte man sich mit der Konferenz also vom Kreationismus abgrenzen?

Mittelstraß: Ja. Die Ablehnung des Kreationismus – in welcher Variante auch immer – wurde von Anfang an durch theologische Repräsentanten klar gemacht. Deutlicher ging es eigentlich nicht. Ich hatte den Eindruck, dass die Kirche den Kreationismus eher als US-amerikanisches Phänomen und Problem sieht, das von den US-Amerikanern und den US-amerikanischen Kirchen gelöst werden muss.

Sieht man sich dafür womöglich gar nicht zuständig, weil der Kreationismus von protestantischen Fundamentalisten vertreten wird?

Mittelstraß: Das glaube ich nicht, so fein kann man das nicht auseinander halten. Es wurde auf der Konferenz deutlich, dass auch der Katholizismus in den USA von kreationistischen Thesen nicht unberührt geblieben ist. Und das gilt wohl auch außerhalb Amerikas. Es ging ja auch nicht primär um die Auseinandersetzung mit dem Kreationismus auf der Tagung – sonst hätte man seine Vertreter wohl einladen müssen. Es ging um die Stellung der Kirche und der Philosophie gegenüber der Evolutionstheorie als einer wissenschaftlichen Theorie. Der Kreationismus ist ja keine wissenschaftliche Theorie, sondern Pseudowissenschaft.

Und was konnte man dahingehend aus der Konferenz mitnehmen?

Mittelstraß: Der biologische Teil war hervorragend, der Übergang in die Philosophie über die Anthropologie hoch interessant. Das wissenschaftliche Ergebnis der Konferenz ist sehr hoch einzuschätzen.

Und das theologische Ergebnis?

Mittelstraß: Wohl auch, wobei sich die Theologie mit guten Gründen bei der Beurteilung einer wissenschaftlichen Theorie zurückhält. Diese Beurteilung ist Sache der Wissenschaft selbst. Nicht so sehr einschätzen kann ich, was für einen Nachhall die Konferenz innerhalb der Kirche haben werden. Aber wie gesagt: Hier sprachen Personen, keine Institutionen.

Wer sich von dieser Konferenz einen Zusammenprall unterschiedlicher Fundamentalismen erwartet hat, der wurde enttäuscht. Weder wurden von evolutionsbiologischer Seite Allerklärungsthesen vertreten, noch propagierten die Theologen kreationistische Positionen.

Hat die Kirche also 150 Jahre nach der Veröffentlichung von Darwins Evolutionslehre ihren Frieden mit Darwin gemacht?

Mittelstraß: Darwins Lehre wurde – anders als im Falle Galilei – nie als so bedrohlich empfunden, dass man aus dogmatischen Gründen gegen sie hätte vorgehen müssen. Die Kirche muss mit Darwin nicht ihren Frieden machen – sie hat sich nie im Kriegszustand mit ihm befunden. Und das ist ja auch vernünftig: Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Welt zu erklären – Aufgabe des Glaubens, das menschliche Leben zu stabilisieren und zu orientieren.


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